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Lassen Sie nicht zu, dass KI Ihr Patent gefährdet: Strategische Dos and Don’ts für Erfinder
Juni 2026
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) hat das Potenzial, eine bedeutende positive Kraft zu sein, die Effizienz, Innovation und bessere Entscheidungsfindung in vielen Branchen vorantreibt, einschließlich im Bereich des geistigen Eigentums (IP). Gleichzeitig gehen mit diesen Vorteilen erhebliche Risiken einher, und es gibt einfache Maßnahmen, um den Schutz Ihres geistigen Eigentums zu sichern und Ihre IP-Strategie zu unterstützen.
Einige Probleme im Zusammenhang mit KI, wie etwa falsche Informationen durch generative KI — sogenannte Halluzinationen — sind bekannt. Es gibt jedoch weitere Gründe zur Vorsicht, insbesondere beim Umgang mit innovativen Ideen und rechtlicher Beratung.
Vertraulichkeit
KI-Tools sind nicht notwendigerweise vertraulich. Informationen, die in große Sprachmodelle (LLMs) und ähnliche generative KI-Systeme eingegeben werden, können im System gespeichert werden. Dadurch ergeben sich verschiedene Risiken:
- Wie bei Cloud-Speicher oder anderen elektronischen Systemen können die von KI verwendeten Daten unbefugtem Zugriff ausgesetzt sein.
- Es gab Fälle, in denen Nutzer Eingaben und Informationen anderer Nutzer aus KI-Systemen extrahieren konnten.
- Trainingsdaten können aus den Ausgaben eines KI-Systems rekonstruiert werden.
- Betreiber von KI-Systemen könnten Informationen aus den eingegebenen Daten ableiten oder extrahieren.
Diese Aspekte sind typische Schwachstellen von IT-Systemen und sollten im Rahmen Ihrer Cybersicherheitsstrategie berücksichtigt werden. Für Innovatoren mit Blick auf den Schutz von IP können sich daraus jedoch zusätzliche, erhebliche Risiken ergeben.
Auswirkungen auf IP
Damit eine Erfindung patentiert werden kann, muss sie neu sein und auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen. Das bedeutet, dass sie vor der Patentanmeldung nicht öffentlich offengelegt worden sein darf.
Wie oben beschrieben, können Informationen in KI-Systemen anfällig für Offenlegung sein. Inhalte, die in öffentlich zugängliche KI-Tools eingegeben werden, könnten zur Modellschulung verwendet und später anderen Nutzern ausgegeben werden. Bereits die Nutzung eines KI-Systems eines Drittanbieters kann als öffentliche Offenlegung gelten und somit die Neuheit zerstören, was eine Patentierung unmöglich macht.
Problematische Anwendungen sind zum Beispiel die Nutzung von KI zur Weiterentwicklung oder Validierung von Ideen, zur Erstellung oder Verbesserung von Beschreibungen oder Zeichnungen, zur Ausarbeitung von Patentanmeldungen oder zur Überprüfung von Dokumenten eines Anwalts.
Auch ohne Patentabsicht ist Vertraulichkeit oft entscheidend. Geschäftsgeheimnisse, vertrauliche Informationen und Know-how sind wertvolle IP-Assets. Die Nutzung öffentlicher KI-Tools kann dazu führen, dass diese Informationen nicht mehr kontrolliert werden können.
Grundsätzlich gilt: Solange Informationen nicht geschützt sind (z. B. durch eine Patentanmeldung), sollten sie nicht in öffentliche KI-Tools eingegeben werden.
Rechtliche Vertraulichkeit und Beratung
Viele Menschen nutzen KI für rechtliche Fragestellungen. Dies kann das Einholen von rechtlichem Rat, die Vorbereitung von Anwälten, die Zusammenfassung von Beratung oder sogar der Ersatz eines Anwalts sein. Dies kann jedoch einen wichtigen Schutzmechanismus beeinträchtigen.
Gespräche mit qualifizierten Rechtsberatern (z. B. Patentanwälten, Rechtsanwälten) unterliegen dem Anwaltsgeheimnis. Das bedeutet, dass Informationen und Beratung — mit wenigen Ausnahmen — nicht gegen Sie verwendet werden dürfen.
KI unterliegt diesem Schutz nicht. Informationen können in Rechtsstreitigkeiten offengelegt werden und Ihre Position schwächen oder erheblich schädigen. Dies umfasst Fragen, Daten und Antworten.
Auch die Weitergabe anwaltlicher Beratung an KI kann dazu führen, dass der Schutz entfällt.
Darüber hinaus besteht das Risiko unzuverlässiger juristischer Antworten. Generative KI liefert oft überzeugende, aber nicht immer korrekte Antworten, was zu falscher Sicherheit oder widersprüchlichen Einschätzungen führen kann.
Wie Sie sich schützen können
Das bedeutet nicht, dass KI im IP- oder Rechtsbereich nicht genutzt werden sollte. Richtig eingesetzt kann sie wertvolle Unterstützung leisten.
Es gilt jedoch die gleiche Vorsicht wie bei allen sensiblen Informationen. Alles, was online geteilt wird, sollte als nicht rückholbar betrachtet werden — dies gilt auch für KI-Tools.
Zur Risikominderung:
- Stellen Sie sicher, dass das verwendete KI-Tool über angemessene Sicherheits- und Vertraulichkeitsmechanismen verfügt (insbesondere Unternehmenslösungen). Öffentliche Tools sind oft ungeeignet für sensible Daten.
- Nutzen Sie geschützte Umgebungen oder Sandboxes.
- Widersprechen Sie der Nutzung Ihrer Daten zu Trainingszwecken.
- Vermeiden Sie risikoreiche Anwendungen, wie das Teilen von Erfindungsinformationen, vertraulichen Daten oder das Einholen konkreter Rechtsberatung.
Diese Maßnahmen beseitigen Risiken nicht vollständig. Daher gilt: prüfen, vorsichtig sein und im Zweifel Rat einholen. IP-Fachleute empfehlen, den Einsatz von KI frühzeitig abzustimmen, um Risiken zu minimieren und KI gezielt als Unterstützung der IP-Strategie einzusetzen. Dieser Artikel wurde von den Partnern und Patentanwälten Oliver Pooley und Janine Swarbrick verfasst.
Dieser Artikel wurde von den Partnerinnen und Patentanwältinnen Oliver Pooley und Janine Swarbrick verfasst.